Bericht zur Gründung des Clubs 1909 DZ

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Mittwoch, 17. Januar 2018


Stramm stehen sie da, die Herren mit Krawatte, Weste und kleinem Schnauzbart. Blicken stolz in die Kamera. Feller oder Ködel heißen sie, Unternehmerpersönlichkeiten waren sie – zu der Zeit, in der dieses dunkle, gelbstichige Foto entstand. Das Bild zeigt die Mitglieder des Surf- und Ruderclubs Lauingen zu Beginn der 20er Jahre. Damals wurde die Bootshalle gebaut. 50 Männer waren zu dieser Zeit im Ruderclub,
in Zeiten der Inflation betrug der Monatsbeitrag auch mal 4000 Reichsmark. Das konnte sich nicht jeder leisten. Und Jürgen Lenzer, heute Mitglied des Vereins sagt, dass der Ruder- und Surfclub damals eine Anlaufstelle für die Honoratioren der Stadt war.
Das belegt auch das alte Protokoll der Sitzung am 13. Oktober 1909, in der die Gründung des Clubs festgehalten ist. Die Mitglieder der ersten Stunde hießen ebenfalls Feller oder Mittermaier. „Die haben das damals einfach aus Gaudi gemacht“, vermutet Lenzer im Rückblick. An manchen Tagen brachten die Ruderer Stühle und einen Tisch auf eine der Kiesbänke der Donau, die damals noch keine Staustufen hatte.
Und dort wurde dann fröhlich gefeiert. Zudem schwamm man im Fluss nach Dillingen – mit der Strömung. Nach Hause ging es dann zu Fuß – bewaffnet mit einem Rutenbusch, um die Mücken abzuwehren.
Ein Honoratiorenverein ist der Ruder- und Surfclub heute nicht mehr. Doch die Geselligkeit wird immer noch groß geschrieben. Und so kommt es, dass Lenzer schon mal für 40 Leute Spaghetti kocht. Mittwochs ist nämlich Clubabend – und einer hat immer Küchendienst. Nach dem gemeinsamen Rudern wird auch gemeinsam gegessen: „Das tut dem Verein insgesamt gut.“ Zudem veranstaltet der Club sogenanntes Wanderrudern. Bis zu 24 Teilnehmer sind bei solch einer Fahrt dabei. Pro Tag werden je nach Strömung 40 bis 80 Kilometer gerudert, sieben bis acht Stunden pro Tag. Lenzer schmunzelt und sagt: „Da ist man abends gescheit müde.“
Leistungssport und Spaß an der Bewegung
Bei den Lauingern steht nicht der Leistungssport im Vordergrund – obwohl mit Uli Stadelmaier schon eine WM-Teilnehmerin im Club groß geworden ist und derzeit die 15-jährige Elisaveta Sokolkolva mit ihrer Partnerin aus Würzburg im Doppelzweier auf Deutschland-Ebene startet. Letztendlich geht es im LRSC um den Spaß an der Bewegung. Jürgen Lenzer ist vom Rudern begeistert: „Es ist eine tolle Bewegung und trainiert den ganzen Körper.“
Info: Der Ruderclub feiert am Samstag, 11. Juli, unter anderem mit einem Festakt und einer Bootstaufe auf dem Lauinger Marktplatz sein Jubiläum. Los geht es um 11 Uhr.

Von Martina Bachmann

Quelle: AZ |Erscheinungstag: 10.07.2009 |

 
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